Hilfsmittel für die eigenen vier Wände – So kann man auch im Alter lange alleine wohnen

Hilfsmittel für ein seniorengerechtes Heim
Viele ältere Menschen leben alleine in ihren eigenen vier Wänden. Sie genießen es, auch im Alter in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben. Manche leben so, weil sie es sich wünschen und andere müssen alleine weiter leben, weil beispielsweise der Partner verstorben ist. Gemeinsam haben beide Seiten, dass der Wunsch, möglichst lange zuhause bleiben zu können, stark ausgeprägt ist. Dies trifft auch dann noch zu, wenn die täglichen Verpflichtungen langsam schwerer fallen. Eine Vielzahl an Hilfsangeboten in puncto Haushalt und Alltag erlaubt es den Betreuungs- und Pflegebedürftigen Menschen möglichst lange in ihrer Selbstbestimmung zu bleiben.

 

Je älter wir werden, desto mehr vermissen wir unsere Kraft und Bewegungsfähigkeit

 

Meist ist der Prozess schleichend. Nach und nach fallen dem alternden Menschen seine alltäglichen Aufgaben schwerer und irgendwann schafft er sie nicht mehr alleine. Zum Glück gibt es mittlerweile für Senioren ein großes Angebot an Hilfsmittel. Diese können dazu beitragen, dass trotz einer vorliegenden altersbedingten Einschränkung sie ihren Alltag wieder bewältigen können. Hilfsmittel stehen für mehr Sicherheit und geben die Mobilität zurück. Die orthopädischen und medizinischen Hilfsmittel geben Senioren einen großen Teil ihrer Selbstständigkeit und Sicherheit zurück und auch pflegende Angehörige profitieren davon.

 

Hilfsmittel im Alter - Damit man lange alleine und selbständig leben kann

 

Welche Pflegemittel werden angeboten und wo muss ein Antrag dafür gestellt werden? Wer kann dabei helfen?

Die Altersforscherin Frau Adelheid Kuhlmey behauptet nach einer Studie mit ca. 6300 Privatversicherte um die 60 Jahre alt, wovon 500 Leute selbst Pflegebedürftig waren, dass sie sich schlecht über Pflegeangebote und Hilfsmittel für zuhause informiert fühlten. An wen kann man sich wenden, wenn Unterstützung erforderlich wird und wo greift die Pflegeversicherung? Das sind Fragen, die Pflegebedürftige sowie pflegende Angehörige gleichermaßen beschäftigen. Neben dem Hausarzt werden Institutionen wie Pflegeheime häufig als Anlaufpunkte aufgesucht, damit Fragen zu diesem Thema beantwortet werden. Pflegestützpunkte, wie beispielsweise ambulante Pflegedienste, können hier genutzt werden und eine umfangreiche, unverbindliche Pflegeberatung geht vonstatten. Aber auch die Krankenkasse kann Anlaufstation sein, die Kirchengemeinde und die Stadtverwaltung.
Schauen wir uns im vorweg vielleicht noch mal ein paar Fragen an, die sich ergeben, wenn wir alt werden. Wie schaut es damit aus, sich auf das Alter vorzubereiten, wenn der dritte Lebensabschnitt in Kraft tritt? Damit der Übergang möglichst problemlos klappt, ist es sicherlich nicht verkehrt, wenn der „Karriereaufbau und die Kindererziehung“ der Vergangenheit angehören. Das könnten Fragen sein wie:

  • Was erwarte ich im Alter und wünsche ich mir, um zufrieden zu sein?
  • Was wünsche ich mir von meinen Bezugspersonen?
  • Welche Möglichkeiten habe ich, meinen neuen Tagesablauf zu strukturieren?‘
  • Welche Aktivitäten bleiben mir und welche zusätzlichen interessieren mich?
  • Wie sehen meine Pläne konkret aus?
  • Kann ich diese auch umsetzen?
  • Weiß ich genug über den Alterungsprozess?
  • Welche Hilfen kann und werde ich in Anspruch nehmen?

 

Seniorengerechte Hilfsmittel sogren für Mobiliät im Alter

Je nach Individualität der Situation und des Hilfe- und Pflegebedürftigen Menschen werden Senioren verschiedene Hilfsmittel angeboten, das können sein:

  • Eine Toilettensitzerhöhung, ein Duschhocker eine Badewannen Einstiegshilfe und Haltegriffe, die beispielsweise zusätzlich an der Duschwand angebracht werden
  • Eine Aufstehhilfe für das Bett zum Hochziehen am Griff, erleichtert auch das Zubettgehen
  • Ein Pflegebett mit Elektromotor, damit die Liegehöhe verstellt werden kann sowie Kopf- und Fußteil
  • Spezielle Matratzen = Anti Dekubitus Matratze gegen das Wundliegen
  • Der Rollator mit Rädern als faltbare Gehhilfe
  • Der Gehbock ohne Räder als Mobilitätshilfe
  • Krücken schonen Gelenke und Muskeln sowie Bänder und Sehnen
  • Griffverdicker fürs Besteck, Trinkhilfen, Greifarme und Deckelöffner
  • Rollstühle mit und ohne Motor
  • Seniorenhandys mit großen Tasten, hellen und großen Anzeigen
  • Hausnotrufsysteme, Tablettenbox, Leselupen und Anziehhilfen für Kompressionsstrümpfe

Der Markt hält viele und manchmal unüberschaubare Hilfsmittel für Senioren bereit, die im Alltag wertvolle Unterstützung bieten können. Ein Beratungsgespräch kann da helfen. Ein Rollator beispielsweise kann das Leben sicherer, mobiler und komfortabler gestalten. Wichtig ist es dabei, dass Betroffene sich vorher möglichst genau überlegen, welche Alltagshilfen ihnen den größten Nutzen bieten und für sie geeignet sind. Hier sollte nach Individualität und Erkrankung, körperlichen Einschränkungen und persönlichen Umständen unterschieden werden. Welches Hilfsmittel ist für wen persönlich sinnvoll, um denjenigen im Alltag zu unterstützen. Ein Anruf oder Gespräch bei der Krankenkasse oder der erwähnten anderen Institutionen kann die vielen Fragen zu dieser Angelegenheit beantworten. Der Antrag für ein Hilfsmittel wird dann bei der jeweiligen Krankenkasse gestellt und die leitet den dann an den medizinischen Dienst = MDK weiter zwecks Überprüfung, Zustimmung und Kostenübernahme.

 

Welche weiteren Angebote zur Unterstützung im Alltag gibt es?

 

Nach § 45a SGB XI können Hilfe- und Pflegebedürftige Betreuungsangebote annehmen. Ausgeführt wird die Hilfe von ausgebildeten Kräften, sogenannte Betreuer und Alltagsbegleiter. Liegt ein Pflegegrad von 1 bis 5 vor, zahlt die Krankenkasse zurzeit ab 125 Euro im Monat. Das Geld kann dann für Betreuungsleistungen verwendet werden. Die Helfer schauen zusammen mit dem Senior wo die Ressourcen liegen. Diese gilt es zu halten und zu fördern. Erinnerungsarbeit ist wichtig, eine gute Kommunikation und vieles, das einfach Spaß macht und zum „Wohlfühlpaket“ der älteren Menschen gehört. Kochen, backen, basteln, Kaffee trinken in der Stadt, zusammen einkaufen, Besuche machen, Seniorentreffs besuchen und vieles mehr. Wichtig ist es auch, sich einmal die Wohnverhältnisse anzuschauen. Ist diese barrierefrei? Manch einer überlegt sich, sich von der Badewanne zu trennen und dort lieber eine Dusche einzubauen. Das Schlafzimmer befindet sich im Haus in der 1. Etage? Ein Treppenlift kann dafür Sorge tragen, sicher nach oben und wieder zurück zu kommen. Für derartige Umbaumaßnahmen um Wohnraum seniorengerecht zu gestalten, gibt die Krankenkasse bei Beantragung und Genehmigung einen beträchtlichen Zuschuss oder übernimmt die gesamten Umbaukosten. Der Antrag nennt sich dann „Verbesserung der Wohnverhältnisse“.

 

Die Pflegegrade

 

Seit dem 1. Januar 2017 gibt es die sogenannten Pflegegrade, fünf an der Zahl. Die fünf Pflegegrade dienen der Berechnung einer Pflegebedürftigkeit. Früher, bei den Pflegestufen, wurden die Minuten gezählt, die für die Grundpflege benötigt wurden. Jetzt erfolgt die Berechnung nach einem Punktesystem.
Entscheidend für den Erfolg ist, wie viel der Betroffene an personeller Hilfe benötigt. Geprüft werden immer sechs Lebensbereiche, zu unterschiedlichen Kriterien. Die Durchführung erfolgt durch einen Gutachter vom MDK. Bei der Einstufung steht immer der ganze Mensch im Fokus. Auch geistige Einschränkungen, wie Demenz, werden berücksichtigt. Senioren sollten sich nicht scheuen, wenn sie den Alltag nicht mehr so gut oder nicht mehr alleine bewältigen können, einen Antrag bei der Krankenkasse auf Einstufung eines Pflegegrades zu stellen. Liegt dann ein Pflegegrad vor, sind beispielsweise Hilfe bei der Morgentoilette und vieles mehr möglich, wobei die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Auch eine Kombipflege von Angehörigen und einem ambulanten Pflegedienst käme dann in Betracht.

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