Liebesbrief an den Advent

Lieber Advent,

es ist an der Zeit dir endlich wieder einmal einen Liebesbrief zu schreiben.

Oh wie sehr liebe ich dich, dich wundervolle und besinnliche Zeit.

Jedes Jahr lässt du mich mit dir gemeinsam diesen unbeschreiblich schönen Zauber spüren. All die wundervollen über Jahrhunderte hin gewachsenen Traditionen und Rituale. So viel kostbare Erinnerungen verbinde ich mit dir, wie oft hast du meine Seele mit all deinem Licht, deiner Wärme, deiner Besinnlichkeit und deinen Gerüchen gestreichelt. Wie kalt und glanzlos wären all die Tage bis zum Heiligabend ohne dich gewesen. Ohne das neugierige Leuchten in meinen Augen beim Öffnen des Türchens meines Adventskalenders, die Freude über den Schneeflockentanz, das Bauen des Schneemanns, das Knirschen des Schnees, die lustige Rodelpartie, ohne den leckeren Duft beim Plätzchenbacken der schon zu Kindertagen eine vertraute Geborgenheit ausstrahlte, das frische Tannengrün, das weihnachtliche Schmücken der Wohnung, ohne all die wundervolle Beleuchtung, die Wärme, die Nächstenliebe, weit geöffnete Herzen, ohne das Anzünden der Kerzen auf dem Adventskranz, das Schmücken des Christbaumes, ohne den stattlichen Tannenbaum mit vielen Kerzen auf dem Christkindlmarkt, die vielen leuchtenden Sterne und Schwibbögen in den Fenstern, das Weihnachtsbasteln, das gemütliche Beisammensein, das Musizieren und die Konzerte, den Posaunenchor, all die wundervollen Weihnachtslieder, die Magie der Märchen- und Weihnachtsfilme (Feuerzangenbowle, Weiße Weihnachten, Santa Claus und Drei Haselnüsse für Aschenbrödel), die Engel der Weihnacht und das Schreiben von Weihnachtspost.

Wenn ich durch die Stadt spaziere, dann riechst du nach Glühwein, Punsch, Zimt, Nelken und Orangen, Bratwurst, Feuer topf, Gulaschsuppe, kandierten Äpfeln, gebratenen Mandeln, Lebkuchen, (Duft)Seifen, Räucherkerzen, Kerzenwachs, Tannenduft, frisch gebackenem Brot und dem verführerischen Duft des Dresdner Christs tollens.

Ich liebe deinen ganz außergewöhnlichen Charakter und ich weiß mich mit vielen Menschen auf dieser Welt gerade in dieser Zeit innig verbunden, denn sie lieben dich genauso sehr wie ich. Du weckst auf eine ganz besondere Art in diesen Wochen die Sehnsüchte, Wünsche, herzliche Zärtlichkeit, gezeigte Wertschätzung, Wohlwollen, Erbarmen und stellst bei manchen die lähmende Gleichgültigkeit ab, du weckst Aufmerksamkeit, starke Empfindungen und mitfühlende Barmherzigkeit in der Welt. Und wie oft hast du mich zu Kindertagen durch die für mich manchmal ungeduldig wartende Zeit liebevoll begleitet und die heimliche Vorfreude tief in mir geweckt.

Ich liebe deinen ganz besonderen Klang und Rhythmus, denn mit dir kann ich auch die leisen Töne und Stimmen sehr behutsam wahrnehmen und diese kostbare und gnadenreiche Zeit tief in mir spüren.

Ich bin dir unendlich dankbar für diese segensreiche Zeit in der Achtsamkeit eine große spielt. Dein unbeschreiblich schöner Lichterglanz und dass ich mit dir immer wieder Gründe zum Danken, Beten, Staunen und Innehalten finde sind für mich starke Sinnbilder die dich ausmachen und es ist für mich eine ganz besondere Zeit in der der Himmel nicht nur die Erde berührt, sondern auch küsst.

Ich liebe Dich!

Deine Verehrerin

verfasst von Birgit Bor toluzzi


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert